Projekttreffen in Italien

Das letzte Treffen des Projektes fand vom 3. bis zum 4. Oktober 2017 in Rom statt. Wir, Uta und Barbara von SLO, nahmen daran teil. Diesmal gab es zum Glück keine Probleme mit dem Flug und auch der lange Weg vom Flughafen zum Hotel war dank umsichtiger Vorbuchung eines Shuttles komplikationslos. Nur das Hotel zu finden machte dann einige Mühe: Der Eingang lag versteckt und ohne weiteren Hinweis in einer langen Mauer. Innen gab es dann einen idyllischen Garten.

Das Treffen fand am nächsten Morgen im Frühstücksraum desselben Hotels statt. Wie bei anderen Treffen wurde die Agenda während des Meetings noch einmal abgeändert.

Neue Personen gab es nicht, deshalb stellte Tito gleich die offizielle Website des Projekts vor, die in der Zwischenzeit mit Inhalt gefüllt worden ist, und von allen anerkannt wurde. Danach ging es ca. eine Stunde lang zu Fuß durch die Stadt zur Mensa der Caritas am Colle Oppio (Mensa Giovanni Paolo II., Caritas Diocesano di Roma).

Wurde schon erwähnt, dass in Rom sommerliche Temperaturen herrschten? Wir waren jedenfalls ein wenig erschlagen, als wir in dem weitläufigen Bereich ankamen und baten als erstes um Wasser …

Tito stellte uns den Leiter der Mensa vor, der über seine Arbeit berichtete. Interessant war dabei, dass die Mensa in den 1970er Jahren gegründet wurde, um die Menschen vor dem Verhungern zu bewahren, die damals in Italien aus den psychiatrischen Anstalten entlassen und praktisch auf die Straße geschickt wurden. Auch wenn dort heute noch ältere Italiener kostenlos zu Mittag essen, so kommen inzwischen zum größten Teil Flüchtlinge an diesen Ort, wo sie nicht nur ein warmes Essen, sondern auch weitere umfangreiche Unterstützung bekommen. Die römische Caritas unterhält auch eine Herberge für Flüchtlinge. Allerdings werden sie auch gefordert. Wer in der Mensa essen will, muss sich registrieren lassen und, wenn keine Papiere vorhanden sind, wird für Ersatz gesorgt. Es werden Sprachkurse angeboten und berufliche Kurzschulungen, die sich im Rahmen von „Pizzabäcker“ bewegen. Wer nicht mitmacht, erhält im Laufe der Zeit immer weniger Unterstützung.

Nach diesem informativen Besuch ging es zu einem schnellen Mittagessen – vier große Pizza-Packungen – zurück zum Hotel. Am Nachmittag präsentierte Tito die beiden EU-Projekte, an denen seine Organisation beteiligt ist: ACTWORK (active citizenship and decent work)  http://www.active-citizenship.eu/ und Self-Emp (self employment for migrants and refugees) http://www.self-emp.eu/. Weitere Informationen dazu findet man auf den entsprechenden Webseiten.

Danach wurden noch die Tagesordnungspunkte des folgenden Tages besprochen, wobei es besonders um die Broschüre ging, die am Schluss über die Projektarbeit veröffentlicht werden soll. Dazu wird der polnische Partner einen Entwurf vorlegen. SLO wird die Formulierung der Einführung übernehmen.

Am Abend dann gingen wir zum nahen Bahnhof um den Eingang zu dem Projekt der Salesianer zu suchen – und nach einem kleinen Umweg auch zu finden. Da das große Don-Bosco-Haus „Sacro cuore“ (Heiliges Herz) der Salesianer direkt am Bahnhof Termini liegt, versuchen diese seit 2009  jungen Immigranten zu helfen, die dort besonders häufig anzutreffen sind. Don Emanuele De Maria, Projektmanager der Salesianer, erläuterte die Arbeit und führte uns durch die Räume. Natürlich ist die Arbeit von den christlichen und missionarischen Vorstellungen des Ordens geprägt, was allerdings nicht extra betont wurde. Versucht wird mit einem „Jugendzimmer“ einen Ort zu schaffen, wo sich die jungen Flüchtlinge zuhause fühlen können. Außerdem werden ihnen Möglichkeiten zur Integration gegeben, also besonders die Möglichkeit Italienisch zu lernen. In den verschiedenen Kurse und Gruppen arbeiten etwa vierzig junge Freiwillige mit den Salesianern und Missionaren zusammen, die vorher von Seiten des Ordens geschult werden.

Der Abend und damit auch die Treffen des Projektes fanden ihren sehr festlichen Abschluss in einem Abendessen in dem kleinen Restaurant Il Peperoncino d’Oro, das wir jedem Rombesucher empfehlen können. Es gab eine vielfältige Reihe von sehr leckeren Vor- und Hauptspeisen, dazu guten Wein und als Abschluss ein Glas Sekt. Sehr überrascht waren wir dann am Schluss, als unser Gastgeber Tito für alle die Rechnung beglich. Danke Tito, noch einmal!

Da die Tageordnungspunkte des zweiten Tages schon vorgezogen worden waren. Hatten wir schon am nächsten und auch noch den folgenden Tag Zeit uns auf eigene Faust Rom anzusehen. Bei schönstem Wetter gingen wir zu Fuß zum Forum Romanum und weiter zu Colosseum. Abends waren wir erschlagen von dem langen Marsch. Am zweiten Tag sollte der Palatin folgen, aber es stellte sich heraus, dass wir dort mit unserer Eintrittskarte nicht mehr herein kamen. Wir hätten am Tag zuvor auf dem Gelände bleiben müssen. So machten wir uns per Metro zum Protestantischen Friedhof an der Cestiuspyramide auf, fuhren danach mit der Tram und dem Bus zum Petersdom, dessen Besichtigung von innen wir aufgrund einer langen Schlange in sengender Sonne lieber schenkten, und wanderten an der Engelsburg entlang nach Hause zurück. Am dritten Tag hatten wir  dann vor dem Rückflug noch Zeit für die Spanische Treppe, die Piazza del Popolo, einen kurzen Blick im Gewühl auf die Fontana di Trevi und einen längeren Besuch in den unterirdischen Wasserspeichern unter einem Kino, sowie den Rückweg über den Quirinal zu den Thermen des Diokletian, die uns in Rom besonders beeindruckt haben.

Hier die Agenda des Treffens:

Das war ein denkwürdiges europäisches Projekttreffen mit einer Vielzahl von Eindrücken!

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